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Deggendorf, 3. April 2004
Stadthalle

Fotos von Bodo Saalfeld

Ein Bericht von Ludger Egen-Gödde

Ein Zeitraffer-Konzert. Es ging vorbei wie im Flug. Die Stadthalle Deggendorf ist kleiner als das Hotel direkt nebenan, in dem wir beim Eintreffen nachmittags erfahren, dass auch die Band dort residiert. Fein. Es gibt fast eine Direktverbindung in die Halle und wir fangen noch einige Akustik-Schnipsel vom Sound-Check auf. Bis 20 Minuten vor Einlass sitzen wir noch allein vor dem Eingang, erst dann laufen tröpfchenweise die Fans ein. Drinnen ist die Halle dann noch kleiner, aber wir haben super Plätze direkt vorn und es bleibt bequemes Stehen während des gesamten Programms. Wie häufig bei BAP-Konzerten in Bayern ist man unter sich, hier in Niederbayern offenbar ganz besonders, was der Stimmung ruck zuck auf die Sprünge hilft. „De Fahn“ zur Eröffnung blieb diesmal drinnen – ich fand’s gut, mir hat das Stück noch nie gefallen. Stattdessen „Jedenfalls vermess“ und dann „Psycho Rodeo“ – dieses Stück allerdings hat den Sprung in den Kreis der Klassiker sicher geschafft. Dies werden einige Sonx wohl auch, und nach dem Genuss von „Tanger“ waren wir uns einig: Lasst Werner Kopal mehr Stücke für BAP schreiben! Ohne jetzt viele der schon zu vorherigen Konzerten beschriebenen Details zu wiederholen: die schon auf der Platte kernigen Stücke kommen live noch besser, mit mehr Druck. Wirklich angenehm aber ist, dass das ganze nie in „Lärm“ ausartet, sondern man die einzelnen Kompositionsbausteine immer noch gut heraushören kann. Die neue Bühnenposition von Werner Kopal unterstreicht auch symbolisch seine enorme Bedeutung für den Sound, der 5-Saiten-Bass klingt dermaßen gut – ein zusammen mit dem Schlagwerk von Jürgen Zöller selbst wirklich massives Fundament für, ja wohl zu 90 % für Helmut Krumminga, dessen musikalische Fertigkeiten inzwischen auch eingefleischte Major-Fans zu Recht anerkennen. Er setzt die Akzente zudem durch die ständig wechselnde Instrumentierung mit Gitarren, die klanglich 1a zu den Stücken passen. Michael Nass hat nach unserem Eindruck hinten keinen optimalen Platz auf der Bühne, es fehlt die körperliche Präsenz weiter vorn im Geschehen genauso wie die klangliche in vielen Stücken. In einigen Solo-Parts ahnt man, was musikalisch möglich wäre. Bezeichnend irgendwie auch, dass das Akkordeon zwar neben ihm auf dem Boden stand, „Hundertmohl“ aber leider nicht gespielt wurde. Sonst gab es keine größeren Abweichungen von der bekannten Setliste, klanglich herausragend „Kristallnaach“, ein Stück welches - obwohl x-mal gehört – immer noch enormes Potenzial hat. Nach den drei rasend schnell vergangenen Stunden treffen wir später die Band noch in der Hotelbar, flugs gehen CD-Booklets und Plakate zum Signieren herum. Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an Wolfgang, der uns so trefflich mit Mineralwasser versorgt hat! Et waar joot!